Kloakentiere

Monotremata (=Ordnung)

auch: Gabeltiere, Eierlegende Säugetiere, Monotremen
Englisch: Monotremes, Egg-laying Mammals
Französisch: Monotrèmes

Dänisch:

Esperanto:

Finnisch:

Isländisch:

Italienisch:

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Kloakdyr

Kloakuloj, Monotremoj

Nokkaeläimet

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Monotremi

Jednootvorni

Cloacadieren, Snaveldieren, Eierleggende zoogdieren, Monotremen

Kloakkdyr

Stekowce

Monotremata

Однопроходные

Kloakdjur

Monotremas

Ptakořitní

C. L. Bonaparte, 1838
 

Allgemeines     Verbreitung     Feinde     Lebensweise     Ernährung     Fortpflanzung     Verwandtschaft     Systematik     Quellen

Übersicht: Familien

 

Reich: Animalia (Tiere)
Unterreich: Metazoa (Vielzeller)
Abteilung: Eumetazoa (Gewebetiere)
Unterabteilung: Bilateria
Stammgruppe: Deuterostomia (Neumünder)
Stamm: Chordata (Chordatiere)
Unterstamm: Vertebrata (Wirbeltiere)
Überklasse: Gnathostomata (Kiefermäuler)
Reihe: Tetrapoda (Landwirbeltiere)
Klasse: Mammalia (Säugetiere)
Unterklasse: Prototheria oder Protheria (Ursäuger)
Ordnung: Monotremata (Kloakentiere)

 

Allgemeines:

Kloakentiere sind die ursprünglichste Ordnung der >Säugetiere, von denen heute aber nur noch vier von einst 16 Arten leben. Sie sind plump, gedrungen, kurzbeinig und kurzschwänzig. Sie erreichen eine Gesamtlänge von 30-80 cm und ihre Körperhöhe von 15-40 cm. Entweder haben sie einen dichten Haarpelz oder Haare mit Stacheln; dazwischen teilweise unregelmäßige Lederhautvorsprünge (Papillen) als Reste der Reptilienschuppen. An den Handflächen und Fußsohlen finden sich Schweißdrüsen.

Die Weibchen haben keine Zitzen sondern zwei Milchdrüsenfelder (Mammarfelder) am Bauch, in denen schlauchförmige Milchdrüsen münden.

Die Männchen tragen auf der Innenseite ihrer hinteren Fußgelenke einen hohlen Hornstachel, der auf einem eigenen Spornknochen sitzt. Dieser Stachel ist mit einer Oberschenkeldrüse verbunden, die Gift absondert. Dieses Merkmal findet sich in keiner anderen Säugetiergruppe. Bei den weiblichen Tieren ist dieser Drüse verkümmert.

Die Ohrmuscheln sind klein oder fehlen ganz. Über die Empfindlichkeit des Gehörsinnes ist nur wenig bekannt. Die Augen sind klein und können beim >Schnabeltier durch eine Nickhaut geschützt werden. Die Zapfenzellen sind nur gering ausgebildet oder fehlen ganz, darum ist das Farbensehen wahrscheinlich schlecht entwickelt. Die Arme sind gedrungen und grabfähig, die Hände breit mit je fünf meist bekrallten Finger und entsprechenden Zehen an den Füßen. Die Schnauze ist gestreckt und hornumkleidet. Der Schädel ist niedrig, in mancher Hinsicht reptilienartig. Der Kehlkopf ist einfach gebaut und hat keine Stimmbänder. Zähne fehlen oder sind nur in der Jugend vorhanden. Im Schultergürtel befindet sich ein großes, selbstständiges Rabenbein (Coracoid) und Nebenrabenbein (Epicoracoid), wie bei Reptilien. Das Becken hat einen "Beutelknochen". Das Gehirn ist groß und säugerartig, doch auch mit Ähnlichkeiten an das Reptilienhirn. Riechlappen und Riechhirn sind meist groß und weisen auf einen ausgezeichneten Geruchssinn hin. Das Herz und die Kreislauforgane sind säugerartig mit einzelnen Reptilienmerkmalen, wie z.B. die Herzklappenbildung. Die Harn- und Geschlechtswege münden mit dem Enddarm zusammen in einer gemeinsamen Öffnung, der Kloake. Das Begattungsglied des Männchens sitzt an der bauchwärtigen Kloakenwand. Die Hoden bleiben in der Bauchhöhle in der Nähe der Nieren. Die Eileiter des Weibchens münden getrennt im Harn-Geschlechtskanal, dessen Ende als Scheide dient. Der Körper ist von einem Hautmuskelschlauch umgeben, der es den >Ameisenigeln erlaubt, sich zusammenzurollen. Einzigartig innerhalb der Säugetiere ist der einfache Magen gebaut: Er besitzt keine Verdauungsdrüsen und erfüllt dieselbe Aufgabe wie der Kropf der Vögel. Der Darm gliedert sich in Dünn-, Blind- und Dickdarm. Die Leber besteht aus mehreren Lappen und besitzt eine Gallenblase.

Die Wärmeregulierung ist unvollkommen, die Körpertemperatur schwankt zwischen 25 und 35°C. In kühleren Gebieten verfallen die Tiere bei tiefen Temperaturen in Winterschlaf. Die Körpertemperatur entsprich dann etwa der Umgebungstemperatur.

Das, was die Kloakentiere als >Säugetiere ausweist sind unter anderem das Haarkleid und dass die Jungen durch Milch gesäugt werden. Aber auch im Knochenbau weist vieles auf ein >Säugetier hin, wie z.B. der Unterkiefer. Des Weiteren sind Kloakentiere in der Lage, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur mehr oder weniger konstant zu halten.

Über die Lebenserwartung in freier Wildbahn ist leider nichts bekannt. Man schätzt aber, dass >Schnabeltiere fünf bis acht Jahre alt werden können. In Gefangenschaft war das Höchstalter 17 Jahre. >Ameisenigel leben im allgemeinen etwas länger, ein Tier hat in Gefangenschaft ein Alter von 50 Jahren erreicht.

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet der Kloakentiere erstreckt sich über Australien, Tasmanien und Neuguinea. Diese Tiere leben in Wald-, Park- und Buschsteppenlandschaften in der Ebene. Auch im Gebirge bis 2500 m Höhe kommen sie vor. Ein Fossil wurde allerdings in Patagonien, Argentinien gefunden.

Feinde:

Die Feinde der Kloakentiere sind u.a. >Buntwarane, >Teppichpythons, >Dingos und >Rotfüchse. Als Verteidigung dient der Giftsport, dessen Gift wohl ausreichen soll, einen Haushund zu töten.

Lebensweise:

Bei der Fortbewegung an Land berühren sie den Boden mit der ganzen Sohle. die Familie der >Schnabeltiere hat einen ausgezeichneten Schwimmer hervorgebracht.

Ernährung:

Ihre Nahrung besteht aus Ameisen, Termiten, kleinen Krebsen und anderen kleinen Gliederfüßern, deren Eiern und Larven. Sie fressen außerdem auch Schnecken und Würmer.

Fortpflanzung:

Meistens werden ein bis zwei, selten auch mal drei, dotterreiche Eier im Eileiter befruchtet und mit einer weichen Schale umhüllt. Das Ei entwickelt sich dann etwa 12 bis 14 Tage (>Schnabeltier) und drei bis vier Wochen (>Ameisenigel). Das Weibchen der >Ameisenigel entwickelt für diese Zeit einen Brutbeutel im Bauchbereich, das der >Schnabeltiere legt hierfür einen Erdbau an, der mit Pflanzenmaterial gepolstert ist.

Sind die Jungen nach einer bestimmten Zeit reif zum Schlüpfen, so sprengen sie die Schale mit einem Eizahn, der einen eigenen kleinen Eizahnknochen besitzt. Auch einen Eizahn findet man in keiner anderen Säugetiergruppe. Nach dem Schlüpfen wird er bald zurückgebildet. Bei der Geburt sind die Jungen sind sie in etwa soweit entwickelt, wie die Jungen der >Beutelsäuger bei deren Geburt. Sie sind rund 15 mm lang und haben ein Gewicht von 300 bis 400 mg.

Auch die Jungen der Kloakentiere werden nach der Geburt mit Milch ernährt, nur dass die Weibchen keine Zitzen haben, sondern ein Milchdrüsenfeld am Bauch, von denen die Jungen die Milch ablecken oder -schlürfen. Entwöhnt werden die Jungen dann mit dreieinhalb bis sieben Monaten. Geschlechtsreif werden sie mit einem bis zwei Jahren.

Die Männchen beteiligen sich nicht an der Jungenaufzucht.

Verwandtschaft:

Die Kloakentiere sind die einzigen Vertreter der >Ursäuger.

Systematik:

Die Ordnung der Kloakentiere besteht aus vier Familien: 1. >Ameisenigel (Tachyglossidae), 2. >Schnabeltiere (Ornithorhynchidae), 3. >Steropodontidae und 4. >Kollikodontidae mit insgesamt drei heute noch existierenden und fünf ausgestorbenen Gattungen und sechs heute noch lebenden und elf ausgestorbenen Arten.

Siehe auch: >systematische Übersicht der Kloakentiere

Quellen:

 

- Wikipedia (Deutsch)

- Animal Diversity Web (Englisch)

- Bertelsmann Lexikon-Institut (Hrsg.): Das moderne Tierlexikon in 12 Bänden, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, Gütersloh, 1979-1985

        - Band 6: Kli-Löw, 324 Seiten, S. 9-11 (Kloakentiere), Buch-Nr. 06786 8

- Prof. Dr. Dr. h.e. Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere in 11 Bänden, Kindler Verlag GmbH, München, 1988

        - Band 1: 330 Seiten, S. 194-197 (Kloakentiere), Buch-Nr. 00147 9

 
Übersicht der Familien der Kloakentiere:
Familien:

>Ameisenigel (Tachyglossidae), >Schnabeltiere (Ornithorhynchidae), >Steropodontidae und >Kollikodontidae

 

© Martina Klein, Aug. 2006

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