Wirbeltiere

Vertebrata (=Unterstamm)

de Cuvier, 1812

auch: Schädeltiere (Craniota od. Craniata)

Startseite tierlexikon.net

ohne Taxon: Animalia (Tiere)
Reich: Metazoa (Vielzeller)
Abteilung: Eumetazoa (Gewebetiere)
Unterabteilung: Bilateria
Stammgruppe: Deuterostomia (Neumünder)
Stamm: Chordata (Chordatiere)
Unterstamm: Vertebrata (Wirbeltiere)
 
Name in anderen Sprachen:

Englisch: Vertebrates
Französisch: Vertébrés
Dänisch: Hvirveldyr
Esperanto: Vertebruloj
Finnisch: Selkärankaiset
Griechisch: Σπονδυλωτά
Irisch: Ainmhí le dromlaigh ceart
Isländisch: Hryggdýr
Italienisch: Vertebrati
Kroatisch: Kralježnjaci
Niederländisch: Gewervelden
Norwegisch: Virveldyr
Polnisch: Kręgowce
Portugiesisch: Vertebrata
Russisch: Позвоночные
Schwedisch: Ryggradsdjur
Spanisch: Vertebrados
Tschechisch: Obratlovci
Türkisch: Omurgalılar

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeines:

Die Wirbeltiere sind Tiere, die zweiseitig symmetrisch gebaut sind und ein Knorpel- oder Knochenskelett haben, in wenigen Fällen kann sogar beides vorhanden sein. Gegliedert ist der Körper in Kopf, Rumpf und Schwanz. Das Skelett besteht aus der Wirbelsäule, den Rippen, die davon abgehen, dem Schädel, der sich am Vorderende der Wirbelsäule befindet, dem Schulter- und Beckengürtel, sowie den Gliedmaßen (oder auch Extremitäten). Meistens besteht das Skelett aus zwei Paar Gliedmaßen. Diese können auf unterschiedliche Weisen ausgebildet sein. Meistens dienen sie zum Laufen (Schreitbeine), sie können aber auch als Greif- (>Affen), Grab- (>Maulwurf), Flug- (>Vögel, >Fledermaus) oder Schwimmgliedmaßen (>Wal) ausgebildet sein. Bei einigen Tieren habe sich die Gliedmaßen sogar komplett zurückgebildet, wie bei den >Schlangen.

Die ersten Wirbeltiere entwickelten sich vor etwa 530 Millionen Jahren

Kennzeichnend sind auch:

 

- das Zentralnervensystem - es besteht aus dem Gehirn (immer im Schädel zu finden) und dem daran anschließendem Rückenmark, das durch die Wirbelsäule verläuft.

- die Mundhöhle - diese ist meistens mit Zähnen versehen. Allerdings bilden die Vögel hierbei eine Ausnahme.

- der vor dem Magen befindlicher Verdauungskanal - wobei dieser bei den wasserlebenden Wirbeltieren als Kiemendarm ausgebildet ist. Die Aufnahme der verdauten Nahrung erfolgt bei allen Wirbeltieren im Dünndarm, der hinter dem Magen liegt. In ihn münden auch die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Am Ausführgang der Leber findet sich seitlich häufig eine Gallenblase, in der die Gallenflüssigkeit, das Verdauungssekret der Leber, gespeichert wird.

- das Herz - es ist muskulös aufgebaut und besteht aus Vor- und Hauptkammer. Insgesamt können es, je nach Tierart, 2-4 Kammern sein.

- das Blut - es fließt in einem in sich geschlossenen Blutgefäßsystem, dem Blutkreislauf. Das Blut besteht aus roten Blutkörperchen, dem Hämoglobin, und weißen Blutkörperchen.

- die Atmungsorgane - entweder dienen Kiemen oder Lungen der Atmung.

- die Ausscheidungsorgane - das sind die Nieren. Diese stehen mit den Geschlechtsorganen in enger räumlichen (gemeinsame Ausführgänge), wie auch funktionelle Beziehung. Das heißt, dass die Ausführgänge der Nieren die Keimzellen nach draußen ableiten. Der Samen gelang über die Harnleiter nach draußen. Die Eier gelangen allerdings über den Eileiter nach draußen. Dieser wird embryologisch meistens unabhängig von den Nierenorganen gebildet.

- die Haut - alle Wirbeltiere haben eine mehrschichtige Haut. Oberhalb liegt, wie der Name schon sagt, eine mehrschichtige Oberhaut, die Epidermis, darunter befindet sich die Lederhaut von geringer Dicke. Kriechtierschuppen, Vogelfedern und Säugetierhaare sind Verhornungen der Oberhaut, Fischschuppen dagegen sind eine Verknöcherung der Lederhaut.

- das Labyrinthorgan - das ist das Gleichgewichtsorgan.

- ein Muskelsystem - die Körper sind größtenteils, man kann eigentlich sagen komplett mit Muskeln durchsetzt. Diese umfassen die Knochen, bzw. Knorpel

       

Fortpflanzung:

Die Fortpflanzung der Wirbeltiere erfolgt in der Regel geschlechtlich. In den meisten Fällen gibt es zwei Geschlechter (Männchen und Weibchen). In sehr wenigen Fällen gibt es Zwitter. Allerdings legen Fische und Amphibien meistens Eier, die dann erst außerhalb des Körpers der Mutter befruchtet werden. Auch die Reptilien und Vögel legen Eier, wobei diese aber innerhalb des mütterlichen Körpers befruchtet werden. Die Säugetiere bilden auch Eier, die im Mutterleib befruchtet werden. Daraus bildet sich dann allerdings ein Embryo und wächst zu einem Baby heran, das dann mehr oder weniger gut entwickelt geboren wird. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: die >Kloakentiere. Deren Eier werden zwar auch im Mutterleib befruchtet, aber die Mutter scheidet das Ei aus und legt es in ihren Beutel, wo es dann heranreift.

 

Systematik:

Der Unterstamm der Wirbeltiere besteht aus zwei Überklassen:

  1. >Kieferlose (Agnatha) mit einer Klasse

  2. >Kiefermäuler (Gnathostomata) mit sechs Klassen

Beide Überklassen zusammen mit etwa 57.000 Arten.

Siehe auch: >systematische Übersicht des Tierreichs

 

Quellen:

- Wikipedia (Deutsch)

- Wikipedia (Englisch)

- Animal Diversity Web (Englisch)

- Brockhaus Universal Lexikon in 26 Bänden, F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig, 2003, ISBN Gesamtwerk: 3-411-03036-4

        - Band 26: Windb - Zz, S. 8436 (Wirbeltiere), ISBN Band 26: 3-411-03062-3

- Bertelsmann Lexikon-Institut (Hrsg.): Das moderne Tierlexikon in 12 Bänden, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, Gütersloh, 1979-1985

        - Band 12: Webs-Zy, 324 Seiten, S. 111-115 (Wirbeltiere), Buch-Nr. 06792 6

 

© Martina Klein, Okt. 2011

Bilder und Texte dürfen nur für den Privatgebrauch abgespeichert werden. Für Veröffentlichungen der Texte muss eine schriftliche Genehmigung vom Autor eingeholt werden. Für Veröffentlichung der Bilder bitte an die Institutionen wenden, die als Quelle oder Copyright angegeben sind.